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Kindergarten Heidenau ::: von bauphoto
Spielen im Passivhaushügel - Neubau Kindergarten am Stadtpark Heidenau

von: Architektengemeinschaft Reiter und Rentzsch

Idee

Auf dem Gelände an der Diesterwegstraße in Heidenau befand sich bis 1995 eine Kindertagesstätte. Nachdem das Gebäude auf Grund des schlechten baulichen Zustandes abgerissen wurde, entstand an dieser Stelle ein Stadtteilpark mit integriertem Spielplatz. Die Unterbringung der Kinder erfolgte in Räumen des benachbarten Gymnasiums.

2007 beschloss die Stadt Heidenau den Neubau einer Kindertagesstätte für 72 Kinder am nördlichen Rand des Parks. Dort befand sich bis zu diesem Zeitpunkt der Stadtparkhügel. Aus dieser geographischen Ausgangssituation heraus ergab sich schließlich die Entwurfsidee: Der vorhandene Hügel sollte nicht verschwinden, sondern das neu zu errichtende Gebäude darin integriert werden. Der Baukörper passt sich ideal in das Gelände ein und wird zu einem Teil der Landschaft.

Die Idee wird durch die in allen Ebenen erlebbare organische Form der Gebäudehülle umgesetzt. Der Grundriss folgt einer geschwungenen Linie und das wellenförmig verlaufende und aus dem Gelände „herauswachsende“ Dach integriert sich sehr gut in die Landschaft.
Das Bauwerk geht behutsam mit dem bestehenden Park um und ermöglicht den Erhalt des Baumbestands im Süden und Westen des Grundstücks.


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| Verschluss 8000/1000000s | ISO 50



Grundrissgestaltung


Der Kindergarten liegt direkt an der Diesterwegstraße und öffnet sich in Richtung Süden. Er ist grundsätzlich eingeschossig und barrierefrei errichtet worden, auch um Aufwendungen für den Brandschutz zu minimieren und die Verbindung zum Außengelände zu gewährleisten. Durch das wellenförmige Ansteigen des Gebäudes bildet sich automatisch ein Hochpunkt, der den Eingang markiert. Die gegenüberliegende, flache Seite ist begehbar und steht den Kindern als Spielfläche zur Verfügung.

Vom Haupteingang gelangt man über das Foyer in einen Mehrzweckraum, dessen Bedeutsamkeit über seine exponierte Lage im „Kopf“ des Gebäudes hervorgehoben wird. Der Raum für Sport, Tanz und Theater ist bis zu 5,60 Meter hoch und großzügig verglast. So gibt er den Blick zum Park frei.

Die Grundrissgestaltung bietet eine interessante zusätzliche Nutzungsoption. Der Multifunktionsraum zusammen mit Foyer, Windfang, Abstellraum, WC und Küche bilden eine eigene separate Einheit und steht somit auch den Bewohnern des umliegenden Gebietes für andere Veranstaltungen außerhalb des Kindergartenbetriebs zur Verfügung.
So wie der Mehrzweckraum, sind auch die vier Gruppenräume nach Süden ausgerichtet. Sie sind großflächig verglast und haben jeweils eine große Ausgangstür auf die vorgelagerte Terrasse. Sie folgen immer dem gleichen Grundmodul, welches aus einem Gruppenraum mit angegliedertem kindgerechten Sanitärraum besteht. Über dem WC-Bereich ist eine Galerie angeordnet, die als 2. Spiel- bzw. Rückzugsebene dient.

Funktions- und Nebenräume sind, als Rückgrat des Hauses, auf der Nordseite untergebracht.

Die innere Nutzung spiegelt sich in den nach außen sichtbaren Fassaden wider. Die Nordansicht, mit den dahinter liegenden Funktionsbereichen, zeigt sich eher geschlossen und als Lochfassade. Die Südfassade hingegen wirkt durch die großen Glasflächen sehr offen und transparent. Dem Sonnenschutz dienen Holzschiebeelemente.

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| Verschluss 125000/1000000s | ISO 50



Baukonstruktion


Der Kindergarten ist in ökologischer Passivhaus-Bauweise errichtet worden. Grundsätzlich werden nur vom Bundesministerium für Umwelt empfohlene Baustoffe verwendet. An einigen Stellen nicht vermeidbare Kompromisse erfolgten in Abstimmung mit dem Bauherrn. Wände, Dach und Fußböden sind sehr gut wärmegedämmt (u-Wert 0,11).

Die Außenwände sind aus hochwärmedämmenden Ziegeln mit Perlitefüllung gemauert. Darauf aufgebaut ist ein diffusionsoffener Wandaufbau aus Mineralwolldämmung und einer hinterlüfteten, farbig lasierten Lärchenholzfassade. Dieser Wandaufbau ist passivhaustauglich und hat einen u-Wert von 0,11. Alle Holzfenster und das Verglasungssystem der Pfosten-Riegel-Konstruktion sind als passivhaustaugliche 3-Scheiben-Isolierverglasung ausgeführt.

Das Dach ist ein gewelltes Flachdach mit 3% Gefälle nach Norden mit einer Tragkonstruktion aus Holzpfetten, einer Vollsparrendämmung aus Zellulose und einem Gründachaufbau als oberen Abschluss. Die extensive Dachbegrünung hält ca. 50% des Regenwassers auf dem Dach und trägt damit zu einer wesentlichen Verbesserung des Mikroklimas auf dem Grundstück bei.
Hanf als Material für die Schalldämmung und Flachs bzw. Kokosfasern für das Schließen von Fugen komplettieren das gesamte ökologische Konzept.

Energiekonzept/Haustechnik

Die thermische Qualität des Hauses entspricht dem Standard eines Passivhauses. So hat es einen sehr geringen Energieverbrauch von 15 kWh/m². Die Restwärme (normal 7kW, für Aufheizung nach Absenkbetrieb 23 kW) für Zulufterwärmung, Wandheizung, Heizleiste und Heizkörper wird durch Fernwärme bereitgestellt.
Vorrangig wird das Gebäude über die Lüftungsanlage beheizt. Die Heizflächen dienen der Absicherung einer Grundheizlast bei Außerbetrieb der Lüftungsanlage und Unterstützung im Aufheizbetrieb.
Für die Lüftungsanlage wurde ein Gerät mit Wärmerückgewinnung ausgewählt.
Die Frischluft wird über einen Wärmetauscher mit einem Wirkungsgrad von 90% durch die Abluft erwärmt. Die Verteilung im Gebäude erfolgt über in der Deckenbekleidung verlegte Lüftungskanäle.
Das Lüftungsgerät versorgt die Räume ebenfalls mit frischer Luft, besonders in der kalten Jahreszeit ist diese Verbindung von Beheizung und Lüftung der Räume sinnvoll. Auf ein Lüften mittels Öffnen der Fenster kann weitestgehend verzichtet werden.
So bleibt die Energie im Haus, die Luft ist immer wieder frisch und die Räume warm.

Die Beheizung der Räume ist in 3 Bereiche aufgeteilt. Vorrangig werden die Gruppenräume mit Zuluft versorgt. Die Personalräume erhalten einen konstanten Zuluftvolumenstrom. Im Multifunktionsraum und Foyer erfolgt im Standardbetrieb eine Grundlüftung.
In die Gruppenräume wird bis zum Erreichen einer vorgewählten Ablufttemperatur ein Maximalvolumenstrom eingeblasen. Dieses gilt für den Aufheiz- und Standardbetrieb gleichermaßen. Bei Erreichen der Ablufttemperatur wird auf Grundlüftung umgeschaltet. Zusätzlich wird jeder Gruppenraum bei Erreichen eines eingestellten CO2-Wertes auf Maximallüftung bis zum Unterschreiten des Wertes umgeschaltet. Vorrangig bleibt jedoch immer die Beheizung der Gruppenräume. Die Einstellung der Volumenströme erfolgt mit motorischen Klappen und statischen Volumenstromreglern.
Der konstante Volumenstrom in den Personalräumen wird mit einem Volumenstromregler realisiert.
Die Zuluftvolumenströme für Multifunktionsraum und Foyer sind nur in Abhängigkeit der Bedarfsanforderung aus den Gruppenräumen erhöhbar. Dazu können durch Benutzereingriff an einem Tastschalter 2 Stufen gewählt werden, Teillüftung und Maximallüftung. Kann auf Grund der Bedarfsanforderung aus den Gruppenräumen die gewählte Stufe durch die Lüftungsanlage nicht realisiert werden, wird automatisch auf Grundlüftung geschaltet. Außerhalb der programmierten Nutzungszeiten des Kindergartens ist die Wahl der Lüftungsstufe frei wählbar.

Die Zuluft in den Gruppenräumen und Multifunktionsraum/Foyer weisen entsprechend den Anforderungen variierende Volumenströme auf. Die Abluftvolumenströme werden deshalb über eine entsprechende Regelung mittels Volumenstromregler den Zuluftvolumenströmen angepasst.

Entsprechend den Anforderungen aus den Räumen wird die Lüftungsanlage in mehreren Stufen zwischen minimal 510 m³/h (Grundlüftung) und maximal 1310 m³/h gefahren.
Die Zulufttemperatur beträgt maximal 50°C. In Abhängigkeit der Außenlufttemperatur und der Differenz zwischen Soll- und Istwert der Abluft wird die Zulufttemperatur zwischen 30°C und 50°C einreguliert. Dieses erfolgt durch Regelung der Vorlauftemperatur des eingebauten Heizregisters.
Das Aufheizen des Gebäudes nach abgesenktem Betrieb oder ausgeschaltetem Lüftungsanlage erfolgt 2 Stunden vor Beginn der programmierten Nutzungszeit mit maximalem Volumenstrom. Damit wird auch eine Durchspülung der Räume erreicht.
Die Küche wird im Aufheizfall mit einem zusätzlichen Zuluftvolumenstrom versorgt.
Eine Überheizung des Gebäudes wird durch die eingebaute Überwachung der Ablufttemperatur verhindert. Die Anlage schaltet in diesem Fall automatisch in Grundlüftung um.
Im Gebäude erfolgt eine Mindesttemperaturüberwachung. Bei Unterschreiten einer Mindesttemperatur vom 17°C, gemessen im Multifunktionsraum, wird die Lüftungsanlage eingeschaltet und ein weiteres Absinken der Temperatur vermieden.
Im Sommerbetrieb, d.h. bei Außenlufttemperaturen über 18°C ist der Zuluftventilator außer Betrieb. Der Abluftventilator wird auf Grundlüftung geschaltet und entlüftet somit Sanitärräume und Küche.

Das Lüftungsgerät verfügt über einen Bypass als Frostschutzeinrichtung für den Wärmetauscher der Wärmerückgewinnung. Bei Absinken der Fortlufttemperatur unter 1°C wird ein Teilvolumenstrom am Wärmetauscher vorbei direkt zur Zuluft geführt. Durch den höheren Abluftvolumenstrom durch den Wärmetauscher wird eine Vereisung vermieden.

Die Lüftungs- und Heiztechnik ist über den nördlichen Funktionsräumen untergebracht und vom Flur aus sichtbar. Die Art der Wärmeabgabe in den Raum ist den jeweiligen Anforderungen angepasst. So gibt es in den vier Gruppenräumen Wandflächenheizungen, in Personal- und Nebenräumen Flachheizkörper und im Mehrzweckraum eine Fußleistenheizung. Alle Systeme sind Niedertemperatur-anlagen und raumweise thermostatisch regelbar.

Eine thermische Solaranlage mit einer Deckungsrate von 70% sorgt für die Warmwasserbereitung. Hauptkomponenten der Anlage sind die Flachkollektoren (12m²) auf dem Dach und ein Pufferspeicher (750l).

Mit einer ökologischen Bauweise und der Technik eines Passivhauses setzt der Kindergarten auf eine hohe Lebensqualität für die Kinder und den Schutz der Umwelt.

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| Verschluss 1000000/1000000s | ISO 50